{"id":795,"date":"2024-12-28T15:12:11","date_gmt":"2024-12-28T14:12:11","guid":{"rendered":"https:\/\/emerginglinguists.org\/?p=795"},"modified":"2025-01-27T18:18:37","modified_gmt":"2025-01-27T17:18:37","slug":"zwischen-einem-luftschloss-und-worten-die-48-oesterreichische-linguistiktagung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emerginglinguists.org\/en\/zwischen-einem-luftschloss-und-worten-die-48-oesterreichische-linguistiktagung\/","title":{"rendered":"Zwischen einem Luftschloss und Worten: Die 48. \u00d6sterreichische Linguistiktagung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist der 19.12.2024. Ich bin mit dem Verein&nbsp;<a href=\"https:\/\/verbal.at\/\">verbal<\/a>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"https:\/\/emerginglinguists.org\/\">Emerging Linguists<\/a>&nbsp;im \u00c0gnes-Heller-Haus an der Universit\u00e4t Innsbruck bei der 48. \u00d6sterreichischen Linguistiktagung (\u00d6LT). Die Stimmung ist ausgelassen und die Teilnehmer:innen, die sich in unterschiedlichen Stadien ihrer wissenschaftlichen Karriere befinden, diskutieren angeregt und lachen miteinander. Unter diesem Motto steht auch der Workshop von unseren beiden Vereine: \u201eR\u00fcckblicke und Ausblicke auf die Angewandte Linguistik in \u00d6sterreich \u2013 eine gemeinsame Bestandsaufnahme von verbal und Emerging Linguists anl\u00e4sslich des 30. Geburtstags von verbal.\u201c Wir blicken gemeinsam auf Augenh\u00f6he zur\u00fcck und in die Zukunft und f\u00f6rdern den Austausch zwischen Menschen auf allen Ebenen ihrer wissenschaftlichen Karriere. W\u00e4hrend sich drau\u00dfen am Innsbrucker Himmel die letzten Wolken aufl\u00f6sen, bildet sich in unserem Workshopraum unweit von mir ein Plakat mit einem Luftschloss, das sich langsam mit Begriffen f\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Planung des Workshops begann bereits im M\u00e4rz 2024. Zuvor hatten verbal und Emerging Linguists gro\u00dfes Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet. Sabine Lehner und Edna Imamovi\u0107 von verbal und Laura Levstock und ich, Ren\u00e9 Foidl, von Emerging Linguists steckten nach der Ver\u00f6ffentlichung des Call for Workshops der 48. \u00d6sterreichischen Linguistiktagung die K\u00f6pfe zusammen, um die Rahmenbedingungen f\u00fcr unseren gemeinsamen Workshop auszuarbeiten. Schlie\u00dflich sollten die Vortragenden \u00fcber die Themenfelder, den Umfang ihrer Abstracts und Vortr\u00e4ge, die Deadline und Kontaktdaten informiert sein, um entscheiden zu k\u00f6nnen, ob der Workshop f\u00fcr sie von Interesse ist. Aber nicht nur: F\u00fcr uns war ein Workshop mit einem anderen Verein Neuland. So mussten wir erstmal schauen, ob wir uns eine Zusammenarbeit \u00fcberhaupt vorstellen k\u00f6nnten. Diese Frage kl\u00e4rte sich jedoch in Windeseile auf. F\u00fcr uns war klar, dass das Gemeinsame und die \u00d6ffnung des Raums f\u00fcr alle im Mittelpunkt stehen sollte. So kommt es, dass Martina Soini, selbst noch Studierende, heute den Workshop mit ihrem spannenden Vortrag \u201e\u2018Eure Sprache, meine Sprache, das Land meiner Kinder\u2018: Subjektivierungsweisen und Sprache in der Lebensgeschichte des Herrn C. L.\u201c er\u00f6ffnet. Martina Soini arbeitet in ihrem Beitrag Identit\u00e4tskonstruktionen und sprachbezogene Akteur:innenschaft anhand einer Biographie heraus. Damit gibt sie nicht nur ihrer Arbeit, sondern auch einer Person eine Stimme, die sonst im Diskurs unsichtbar bleibt. Eine Teilnehmerin regt Martina an, \u00fcber eine Publikation in einem Journal nachzudenken, bevor sich der Raum wieder mit Klopfen f\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Zusammenarbeit mit einem anderen Verein in der Konzeption eines Workshops f\u00fcr Emerging Linguists Neuland war, hatten wir bereits Erfahrung mit der Konzeption einer&nbsp;<a href=\"https:\/\/sprawien.at\/\">Tagung<\/a>.Unsere ersten Workshop-Erfahrungen sammelten wir an der&nbsp;<a href=\"https:\/\/emerginglinguists.org\/47-oelt\/\">47. \u00d6sterreichischen Linguistiktagung 2023&nbsp;<\/a>an der Universit\u00e4t Graz. Auch damals ging es darum, \u201eemerging linguists Raum zu geben, ihre wissenschaftlichen Arbeiten an einer etablierten \u00f6sterreichischen Tagung zu pr\u00e4sentieren.\u201c Elf Personen pr\u00e4sentierten ihre Arbeiten in angenehmer Atmosph\u00e4re. Die 47. \u00d6sterreichische Linguistiktagung war somit nicht nur ein Meilenstein f\u00fcr uns, sondern brachte uns zu unserer gro\u00dfen Freude ein neues&nbsp;<a href=\"https:\/\/emerginglinguists.org\/team\/\">Vorstandsmitglied<\/a>. David Ko\u0161i\u0107 und wir verstanden uns auf Anhieb so gut, dass er seither ein fixer Bestandteil der Emerging Linguists ist. Unser erster Workshop war also nicht nur ein organisatorischer, sondern auch ein emotionaler H\u00f6henflug. \u00dcberraschend gutes Feedback erhielten wir auch von den Teilnehmer:innen. Auch Galyna Orlova war damals in Graz dabei. Heute pr\u00e4sentiert sie in Innsbruck und betont gleich zu Beginn, dass es die Atmosph\u00e4re in Graz war, die sie dazu bewogen hat, ihr Abstract einzureichen. Dieser positive Nachgeschmack ist auch f\u00fcr uns der Grund, warum wir heute an der Universit\u00e4t Innsbruck sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurzzeitig sah es so aus, als w\u00fcrde der Workshop ins Wasser fallen. Aufgrund der Urlaubszeit hatten wir es vers\u00e4umt, den Workshop ausreichend zu bewerben. So mussten wir bei den Organisator:innen der Tagung um eine Verl\u00e4ngerung der Deadline ansuchen. \u201eAlle sind sich einig, dass gerade die Emerging Linguists dabei sein sollten\u201c, teilte uns das Organisationsteam damals mit. Und die Werbetrommel wurde erneut ger\u00fchrt. Wir erinnerten uns aber auch an ein Learning der 47. \u00d6sterreichischen Linguistiktagung. Wir erfuhren, dass Professor:innen Teilnehmer:innen dazu motivierten, ein Abstract einzureichen. \u201eDer Lehrveranstaltungsleiter hat [\u2026] auf das Ausschreiben der Linguistiktagung aufmerksam gemacht und vorgeschlagen, dass wir unsere Arbeit einreichen sollen\u201c schrieb Stefan Ceska damals. Jetzt h\u00e4lt er gemeinsam mit Hannes Essfors und Manuel Meschiari einen leidenschaftlichen Vortrag zu \u201eLinguistic Differences in H. C. Andersen and Grimm Fairy Tales: A Quantitative Corpus Analysis\u201d. Darin beschreiben sie die sprachlichen Unterschiede zwischen den Autoren anhand der Sentiment Analysis, die die Stimmung der M\u00e4rchen herausarbeiten kann. \u201eDie Angewandte Linguistik bietet einen wunderbaren Raum f\u00fcr Diversit\u00e4t\u201d, denke ich und schaue auf unser Luftschloss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor einer Woche haben Edna, Sabine, Laura und ich uns ein letztes Mal getroffen, um die Einf\u00fchrung, die Moderation und den Abschluss zu besprechen. Bei diesem Treffen verteilten wir die Aufgaben und entschieden in einem fairen Online-Schere-Stein-Papier-Duell zwischen Edna und mir lachend, in welcher Reihenfolge wir die Vereine vorstellen sollten. Au\u00dferdem \u00fcberlegten wir, wie wir den Tag festhalten und eine Diskussionsgrundlage f\u00fcr den Abschluss schaffen k\u00f6nnten. Wir entschieden uns f\u00fcr ein Luftschloss, das die Grundlagen und die Vielfalt der gegenw\u00e4rtigen und zuk\u00fcnftigen Arbeit der Angewandten Linguistik in \u00d6sterreich widerspiegeln sollte. Daf\u00fcr luden wir Teilnehmer:innen ein, Begriffe, Assoziationen und Ideen festzuhalten und am Luftschloss anzubringen. So wurde das Luftschloss auch zum Symbol f\u00fcr das Gemeinsame und Verbindende. Neben \u201eDanke f\u00fcr die Snacks\u201d, \u201eKritik\u201d, \u201ePers\u00f6nliches\u201d und \u201eMehrsprachigkeit\u201d findet sich auch \u201eZusammenarbeit\u201d. Gerade in der Abschlussdiskussion geht es darum, wie man Menschen in unterschiedlichen Phasen ihres wissenschaftlichen Werdegangs unterst\u00fctzen und die Zusammenarbeit st\u00e4rken kann. Vom einfachen Impuls einer Professorin \u00fcber Mentoring bis hin zu gemeinsamen Veranstaltungen und R\u00e4umen, in denen alle zu Wort kommen. \u201eUnser gemeinsamer Raum hier\u201d, denke ich, \u201eist vielleicht ein Symbol daf\u00fcr.\u201d<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1986\" height=\"1310\" src=\"https:\/\/emerginglinguists.org\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/WhatsApp-Bild-2024-12-19-um-22.18.59_6b8417dd-e1735394921199.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-796\" srcset=\"https:\/\/emerginglinguists.org\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/WhatsApp-Bild-2024-12-19-um-22.18.59_6b8417dd-e1735394921199.jpg 1986w, https:\/\/emerginglinguists.org\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/WhatsApp-Bild-2024-12-19-um-22.18.59_6b8417dd-e1735394921199-300x198.jpg 300w, https:\/\/emerginglinguists.org\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/WhatsApp-Bild-2024-12-19-um-22.18.59_6b8417dd-e1735394921199-1024x675.jpg 1024w, https:\/\/emerginglinguists.org\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/WhatsApp-Bild-2024-12-19-um-22.18.59_6b8417dd-e1735394921199-768x507.jpg 768w, https:\/\/emerginglinguists.org\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/WhatsApp-Bild-2024-12-19-um-22.18.59_6b8417dd-e1735394921199-1536x1013.jpg 1536w, https:\/\/emerginglinguists.org\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/WhatsApp-Bild-2024-12-19-um-22.18.59_6b8417dd-e1735394921199-18x12.jpg 18w\" sizes=\"auto, (max-width: 1986px) 100vw, 1986px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das fertige Luftschloss zeigt die gesammelten Begriffe.<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 19.12.2024 waren wir gemeinsam mit verbal in Innsbruck auf der \u00d6sterreichischen Linguistiktagung. Eine Reportage von Ren\u00e9.<\/p>","protected":false},"author":2,"featured_media":797,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_members_access_role":[],"_members_access_error":""},"categories":[10],"tags":[26,27,28],"class_list":["post-795","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktivitaeten","tag-oelt","tag-tagung","tag-verbal"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/emerginglinguists.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/795","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/emerginglinguists.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/emerginglinguists.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/emerginglinguists.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/emerginglinguists.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=795"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/emerginglinguists.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/795\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":799,"href":"https:\/\/emerginglinguists.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/795\/revisions\/799"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/emerginglinguists.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/797"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/emerginglinguists.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=795"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/emerginglinguists.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=795"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/emerginglinguists.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=795"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}